Der deutsche Altbundeskanzler muss Abschied nehmen, von seiner Frau Hannelore, liebevoll Loki genannt. Dieses Paar hatte niemals auch nur den Hauch eines Skandals zu bewältigen. Jeder der beiden hatte seine Aufgabe: Er in der Politik, als Bundeskanzler von 1974 bis 1982, und als Zeitungsherausgeber, sie als Lehrerin und Botanikerin, die sich im Umweltschutz nicht nur engagierte, sondern auch einen Namen machte.
Das gemeinsame Leben der beiden angesehenen Persönlichkeiten begann an der Lichtwarkschule in der Hansestadt Hamburg, in der beide auch das Licht der Welt erblickten. Hannelore als Tochter einer Familie, die eher in ärmlichen Verhältnissen lebte, und Helmut, der seine jüdische Abstammung verleugnete, heirateten in den Kriegswirren im Jahr 1942. Nach dem Krieg sorgte Loki für das Einkommen der Familie, während der spätere Bundeskanzler sein Studium absolvierte. Schweres Leid lastete über der jungen Familie, die insgesamt sechs Fehlgeburten hinnehmen musste und einen Sohn zu Grabe tragen musste, der mit einer Behinderung zur Welt kam und nicht einmal ein Jahr alt wurde. Die einzige lebende Tochter Susanne wachte am Sterbebett der Mutter, als diese in der Nacht vom 21. Oktober nach einer Operation wegen eines gebrochenen Beines entkräftet starb.
Loki Schmidt begnügte sich nicht damit, nur die Gattin des Kanzlers zu sein. Ohne in den Vordergrund treten zu wollen, engagierte sie sich im Umweltschutz, in der Rettung bedrohter Pflanzen, kürte lange Zeit die Blume des Jahres und wurde für ihr Lebenswerk mit vielen Preisen ausgezeichnet. Die Stiftung existiert schon seit 1979. Begehrt ist auch die „Silberpflanze“, ein Preis für Menschen, die sich im Umweltschutz tatkräftig einsetzen. Mit Hannelore Schmidt ging eine große Frau von dieser Welt, die ihrem Mann eine treue und aufopferungsvolle Gattin war und die nicht nur ihren Bildungsauftrag als Lehrerin ernst nahm, sondern ihre Kraft auch für den Erhalt unserer Erde und Natur gewinnbringend einsetzte.